Über das Buch


Der Garten als weltabgewandtes Refugium im Privaten war gestern. In diesem Buch ist die Rede von Gärten, die sich der Welt zuwenden. Sie boomen ausgerechnet dort, wo es laut, selten beschaulich und zuweilen chaotisch zugeht: mitten in der Stadt. Beim Anbau von Tomaten und Karotten suchen die Akteure der neuen Gartenbewegung die Begegnung mit der Natur – und mit Gleichgesinnten. Sie gestalten gemeinschaftlich einen innerstädtischen Naturerfahrungsraum, beleben die Nachbarschaft, essen zusammen und empfehlen sich der Kommunalpolitik als kompetentes Gegenüber in Sachen Stadtplanung.

 

Mit dem Versiegen des Erdöls steht nicht nur die industrialisierte Nahrungsmittelproduktion zur Disposition. Auch die moderne Polarität von Stadt und Land erhält Risse. Das Buch wagt die Diagnose, dass in den westlichen Großstädten ein verändertes Verständnis von Urbanität entsteht, in dem die neuen Gärten mit ihren Kulturen des Selbermachens und der Re-Etablierung von Nahbezügen eine Vorreiterrolle spielen.

 

Die Autorinnen und Autoren beleuchten städtebauliche und stadtplanerische ebenso wie historische, soziale, ökonomische und kulturelle Dimensionen der Rückkehr der produktiven Gärten in die Städte, präsentieren die Projekte und ihre ProtagonistInnen, ordnen die Aktivitäten zeitdiagnostisch ein und stellen Verknüpfungen zu gesellschaftlich relevanten Entwicklungen her, in die der Boom der Gemeinschaftsgärten eingebettet ist.

Kommentare
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  4. Bin begeistert von der Initiative und Umsetzung dieser tollen Projekte und auch Dankbar, daß es Menschen gibt, die sich so für die Natur und die Menschen einsetzen. Gerade die Stadtmenschen haben den Bezug zur Erde und den Pflanzen nicht so lernen dürfen, wie jemand wie ich, der auf einem Bauernhof in der Oberpfalz groß geworden ist und ständig saen oder pflanzen und immer wieder ernten durfte. Bin berührt und dankbar.
    Werde das Buch und die Anstiftung auf jeden Fall weiterempfehlen.

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  5. Was für eine schöne Zusammenfassung der unterschiedlichen Strömungen, Ideen und Entwicklungen der letzten Jahre!

    Grüsse von Ella von der Haide
    Dokumentarfilme über Gemeinschaftsgärten weltweit:
    http://www.eine-andere-welt-ist-pflanzbar.de

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  6. Schön geworden!

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  7. Dem Buch gelingt es, die Vielfalt der gärtnerischen Initiativen und Akteure mit drängenden Fragen der Zeit zu verbinden, ohne dass man das Gefühl hätte, dies sei aufgesetzt. Was können wir tun, damit unsere Städte in Zukunft nachhaltiger aussehen? Was für alternative Formen zu Arbeiten und zu Konsumieren sind für uns greifbar? Gibt es Wege, die wir als Handelnde selber beschreiten können, die uns nicht weiter in die Wachstumsfalle führen?
    Insgesamt ist dieses Buch ein Plädoyer dafür nicht länger abzuwarten, dass irgendjemand es schon richten wird, sondern selber die Schaufel in die Hand zu nehmen und loszugraben, um unsere Städte ein bisschen besser, grüner, urbaner, lebendiger, überraschender … zu machen. Und es ist damit auch ein Stüch Anerkennung für alle jene, die sich jetzt schon die Hände schmutzig machen und die Freuden des gemeinschaftlichen Gärtnerns miteinander teilen.

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